GROSS GLOCKNER

Wenn der Kindheitstraum einer noch größeren Sache dient.

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Irgendwann, als ich noch klein war (noch viel kleiner als jetzt 😉 ), habe ich eine Dokumentation über den Großglockner gesehen und war total fasziniert von der Idee auch Mal auf dem höchsten Punkt Österreichs zu stehen. Die Schönheit der Natur riss mich sofort in ihren Bann und ich wusste schon damals, dass ich irgendwann von dort oben auf unser schönes Land herabblicken werde.

Die Zeit verstrich, andere Pläne wurden gemacht: Mount Kilimanjaro (dazu bald mehr). Eine Woche bevor dieses Abenteuer beginnen sollte, stand eine Akklimatisierungstour auf dem Plan: der 3798m hohe Großglockner mit Übernachtung auf der Adlersruhe.

Empfehlungen zufolge steigert eine Hochtour mit längerem Aufenthalt in entsprechender Höhe die Erfolgschancen für unsere Kilimanjaro Besteigung. Somit war die Erzherzog-Johann-Hütte auf 3454m die eigentliche Priorität an diesem Wochenende. Der Gipfel des Großglockners war dann noch das Zuckerl oben drauf.

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Die Vorfreude war riesig, doch leider spielte mir das Leben einen kleinen Streich und ich wurde, eine Woche vor der Besteigung, von einer Grippe ins Bett verbannt. Na gut, es hieß abwarten und nicht die Hoffnung verlieren.

Obwohl ich mich nicht zu 100% fit fühlte, entschied ich mich dazu zumindest bis zur Hütte zu gehen, denn ich wusste, wie wichtig die Tour für unser größeres Vorhaben in Afrika war.

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Also fuhren wir nach Kals und machten uns auf den Weg zur Hütte. Der Wind war bereits auf der Forststraße ziemlich stark und meine Kraft nicht wirklich vorhanden. So schnell wie es eben ging marschierten wir den Weg bis zur Luckner-Hütte, dann rechts den Schildern folgend, zuerst über Wiesen, dann über Schneefelder bis zum Einstieg in den Mürztaler-Klettersteig (B/C).

Spätestens hier wurden die ersten Zweifel in meinem Unterbewusstsein spürbar. Ich merkte wie schwach ich war und fragte mich warum machst du das? Wäre ich doch besser zu Hause geblieben. Aber nein, weiter, immer das Ziel im Auge behalten, es wird schon gehen. Im Klettersteig verloren wir sehr viel Zeit, da ich ziemlich unsicher war. Irgendwann ging dann endlich doch ein Ende her und wir kamen bei der Hütte an.

Leider blieb auch nach dem Abendessen ein ungutes Gefühl und einige Zweifel. Auf der einen Seite wollte ich am nächsten Morgen natürlich auf den Gipfel gehen, aber die anderen aufhalten oder gar riskieren, dass sie wegen mir umkehren müssen? Nein, das wollte ich auf keinen Fall.

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Ruhe bewahren, versuchen zu schlafen und dann am Morgen auf’s Bauchgefühl hören, war der Plan. Die Tatsache, dass ich das eigentliche Ziel ja bereits erreicht hatte (Schlafen auf 3454 m zum Akklimatisieren), gab mir ein positives Gefühl.

Obwohl die Nacht fast ohne Schlaf verging, stand ich energiegeladen, positiv und mit dem Willen auf dem Großglockner zu stehen auf. Der wunderschöne Sonnenaufgang war zusätzliche Motivation. Ich war fest entschlossen die Zähne zusammenzubeißen, damit wir alle den Gipfel erreichen konnten.

Gesagt getan: Nach dem Frühstück gingen wir um ca. 6:20 los. Zuerst ging es sehr steil über das Glocknerleitl zu einer kleinen Scharte, dem Sattele, dann über Platten hinauf zum Kleinglockner. Von dort über den schmalen Gipfelgrat und einer kurzen Stufe zum Abstieg in die Scharte zwischen Klein- und Großglockner. Hier befindet sich ein Fixseil (C). Schnell überquerten wir das schmale Schneeband und gelangen auf die letzte Felswand, die uns zum höchsten Punkt Österreichs führt.

Nach ca.  zwei Stunden Kletterei im 1. und 2. Schwierigkeitsgrad erreichten wir den Gipfel bei Kaiserwetter. Es war viel los und wir genossen die tolle Aussicht nur kurz, um beim Rückweg nicht all zu lange im Stau zu stehen beim Überqueren der Glockner Scharte. Trotzdem mussten wir eine Weile warten.

Erst als wir dann schon wieder unterer der Hütte auf dem Gletscher waren, realisierte ich, dass ich es wirklich geschafft hatte. Ein Glücksgefühl strömte durch meine Adern und auch ein kleines wenig Stolz.

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Der Weg zurück ins Tal war recht lustig, wir rutschten die meiste Zeit entweder stehend auf den Bergschuhen, wie beim Skifahren, oder aber auch auf dem Hintern den Berg runter. Da fühlt man sich fast wieder wie ein Kind 😉

Gestärkt durch diese tolle Erfahrung in Osttirol freute ich mich wahnsinnig auf Tanzania und den Kilimanjaro. Manchmal braucht man im Leben einfach ein Erfolgserlebnis. Ein weiterer Grund, warum ich die Berge liebe!

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Die Berge sind so viel mehr, als nur ein Gipfel den man erreicht. Sie geben einem Hoffnung, Kraft und Energie für den Alltag oder Abenteuer die man vor sich hat. Zudem stärkt es einfach das Selbstbewusstsein, wenn man etwas aus eigener Kraft und mit eigenem Willen schaffen kann. Wie so oft im Leben muss man einfach seine Grenzen überwinden. Oftmals funktioniert das Dank der Personen die einen begleiten umso leichter. Vielen Dank an alle!

 

Alles Liebe und bis zum nächsten Mal,

Maria

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